System am Limit. Wie sieht der Weg in die Zukunft aus?

Sehr geehrte Damen und Herren,

Deutschland hat in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass das Land in Notsituationen – wie zuletzt bei der Corona-Pandemie und der verheerenden Flut in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz – schier unglaubliche Kräfte mobilisieren kann und die Menschen als Gesellschaft füreinander einstehen. Doch häufig haben diese Krisen uns und unsere Systeme ans Limit gebracht, an manchen Stellen auch darüber hinaus.

Viele Krisen sind unausweichlich. Doch statt sich immer wieder in einem enormen Kraftakt gegen sie zu stemmen, sollten wir uns intensiv der Krisen- und Katastrophenvorsorge widmen, uns mit verschiedenen Risiken auseinandersetzen und entscheiden, wie wir uns als Gesellschaft auf welches Risiko strategisch vorbereiten. Darüber muss ein gesellschaftlicher und politischer Diskurs stattfinden, wie er einer Demokratie angemessen ist.

Das braucht Mut und Entschlossenheit. Denn wenn wir etwa bestimmte medizinische, personelle und finanzielle Ressourcen und Kapazitäten für den Notfall vorhalten wollen, dann müssen wir bereit sein, in diese zu investieren. Auch auf die Gefahr hin, dass wir sie in 10, 20 Jahren oder im besten Fall vielleicht gar nicht brauchen.

Auf dem Gesundheitskongress des Westens, der unter dem Motto „System am Limit – Wie sieht der Weg in die Zukunft aus?“ steht, werden Gesundheitspolitiker, Krankenhausmanager, Ärzte, Pflegefachkräfte, Heilmittelerbringer, Reha-Experten, Gesundheitsökonomen und Versorgungswissenschaftler einen Beitrag zu dieser Debatte beitragen. Denn obwohl Deutschland die Coronakrise bisher dank des Einsatzes von enormen menschlichen und finanziellen Ressourcen vergleichsweise gut bewältigt hat, hat das Virus mit pandemischer Gnadenlosigkeit die Schwachstellen und wunde Punkte im deutschen Gesundheitssystem offengelegt.

Krankenhausfinanzierung und Krankenhausstrukturen, intelligente Digitalisierung, Fachkräftemangel und -führung, Pflege: Viele Fragen müssen neu formuliert und beantwortet werden.

Seien Sie dabei!

Claudia Küng,
Kongressleitung
Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Max Einhäupl,
Kongresspräsident
Prof. Dr. Wolfgang Greiner,
Wissenschaftlicher Leiter