Newsletter


Gesundheitskongress des Westens am 7. und 8. September 2021 in Köln
Digitalisierung: Zeit, die Ärmel hochzukrempeln

Bleibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen für immer eine Vision oder befinden wir uns heute bereits inmitten der Transformation von der analogen zur digitalen Welt? Lange waren deutsche Krankenhäuser im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung weit abgeschlagen. Doch die Corona-Pandemie und das Krankenhauszukunftsgesetz haben der Digitalisierung der deutschen Krankenhäuser offenbar einen notwendigen und entscheidenden Anstoß gegeben. Mit der Corona-Pandemie konnten viele Widerstände überwunden werden und ein Veränderungswille entstand. Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz steht endlich eine angemessene Finanzierung. Angesichts des sehr kurzen Zeitraums ist es positiv zu bewerten, dass immerhin schon 244 Millionen Euro angefordert und davon sogar schon erste Gelder ausgeschüttet wurden. 

Nun haben wir eine echte Chance, das, worüber die Visionäre der Branche seit Jahren sprechen, tatsächlich zu erreichen: Eine bessere Vernetzung und eine erleichterte Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren, effiziente Prozesse in Kliniken, bessere Diagnostik, Versorgung und intensivere Einbindung und Teilhabe der Patienten. Die Entwicklungen im stationären Sektor werden von der Digitalisierung im gesamten Gesundheitswesen, die ebenfalls an Fahrt aufnimmt, flankiert und verstärkt. 

Es ist Zeit, sprichwörtlich die Ärmel hochzukrempeln und Schritt für Schritt konkrete Projekte umzusetzen. Wie das geht, diskutierten in der Session „Warum kommen wir bei der Digitalisierung im Krankenhaus nicht schneller voran?“ Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Chairman Health Innovation Hub, Bundesministerium für Gesundheit, Martin Peuker, CIO, Leitung Geschäftsbereich IT, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Prof. Dr. Holger Holthusen, Medizinischer Direktor, Knappschaft Kliniken GmbH, sowie weitere Experten.

Von der Diagnose bis hin zur Therapie und neuen Versorgungskonzepten: Digitale Technologien können die Lebensqualität steigern, die Versorgung effizienter gestalten und Leben retten. Dafür müssen die Daten aber gesammelt, aufbereitet und standardisiert werden. 

Andere Länder zeigen, was möglich ist. In Israel etwa ist das Thema „Big Data“ längst keine Zukunftsmusik mehr. Seit zwei Jahrzehnten werden Patientendaten aus Kliniken bereits digital erfasst und ausgewertet. Vor rund drei Jahren dann der nächste Schritt: Die israelische Regierung hat ein Projekt namens „Psifas“ („Mosaik“) beschlossen. Das Ziel: Die medizinischen Daten nahezu aller israelischen Bürger sollen in eine umfangreiche digitale Patientendatenbank eingespeist werden.  Diese Daten sollen anonymisiert aufbereitet der Wissenschaft, aber auch Unternehmen und medizinischen Start-Ups zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellt werden. 

So etwas ist in Deutschland bislang unvorstellbar. Zu groß sind die datenschutzrechtlichen Bedenken. Zweifellos handelt es sich bei den Gesundheitsdaten um sehr sensible Daten, die vor Missbrauch geschützt werden sollten. Viele Experten plädieren jedoch inzwischen für eine neue Balance zwischen Datenschutz und Patientenwohl. Statt Datenschutz sollte demnach Datensicherheit im Vordergrund stehen.

Wie Israel diese Balance gestaltet und welche Chancen und Risiken ein durchdigitalisiertes Gesundheitswesen birgt, berichtet in der Session „Wie Daten Leben retten!“ Grisha Alroi-Arloser, Geschäftsführer der Deutsch-Israelische Industrie & Handelskammer (AHK Israel). Er diskutiert u.a. mit Prof. Dr. Petra Thürmann, Leiterin des Helios Center for Research and Innovation und Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Dr. Andreas Lober, Partner, Rechtsanwalt, Beiten Burkhardt Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Susanne Klein, LL.M., Partnerin, Fachanwältin für Informationstechnologierecht, Beiten Burkhardt Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

Der Gesundheitskongress des Westens ist der führende Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft im Westen Deutschlands. Die 15. Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet  wieder im Herzen von Köln, im Gürzenich, statt. Der Kongress wird in diesem Jahr hybrid mit einer limitierten Teilnehmerzahl vor Ort durchgeführt.

Buchen Sie jetzt Ihr Ticket.