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Gesundheitskongress des Westens am 10. und 11. März 2020 in Köln
GKV und PKV: Sind manche Patienten gleicher als andere?

Die Gleichbehandlung von Kassen- mit Privatpatienten ist erklärtes Ziel der Großen Koalition. Ein Passus im Koalitionsvertrag legt deshalb fest, dass geprüft werden soll, inwieweit „ein modernes Vergütungssystem“ für den ambulanten Sektor geschaffen werden könne. Auf gut deutsch: Niedergelassene Ärzte sollen für die Behandlung von Kassen- und Privatpatienten gleich viel Honorar erhalten.

In der Tat ist es für niedergelassene Ärzte wirtschaftlich deutlich günstiger, Privatpatienten zu behandeln als GKV-Versicherte, wie die Statistik belegt: Obwohl der Anteil privat Versicherter nur bei nur 11 Prozent liegt, machen deren Arzthonorare im Durchschnitt 24 Prozent der Praxisumsätze aus. Kein Wunder, dass die Meinung weit verbreitet ist, Privatpatienten würden bei der Terminvergabe bevorzugt.

Doch tatsächlich haben deutsche Patienten die kürzesten Wartezeiten für Facharzttermine in der EU. Eine Befragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ergab im Jahr 2017 sogar, dass 57 Prozent der gesetzlich Versicherten innerhalb von drei Tagen einen Termin bekamen, während es bei Privatversicherten nur 55 Prozent waren. Da wundert nicht, dass in den Terminservicestellen nur wenige GKV-Patienten anrufen. Das Problem, kritisieren Fachleute, sei nicht das Nebeneinander der beiden Vergütungssysteme, sondern die Budgetierung in der GKV. Denn die setze finanzielle Anreize, ärztliche Leistungen gegenüber Kassenpatienten nicht während eines Termins zu erbringen, sondern verteilt auf Quartale.

Eine Studie des Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung greift die Forderung gleicher Honorare für gleiche Leistungen jetzt erneut auf: „Das Nebeneinander von zwei Honorarsystemen für GKV- und Privatpatienten erschwert versorgungspolitisch erwünschte Verbesserungen, etwa eine stärkere Qualitäts- und Bedarfsorientierung, anstatt diese zu fördern. (...) Eine Angleichung der Honorarsysteme von GKV und PKV wäre versorgungspolitisch daher wünschenswert.“

Das größte Hindernis ist jedoch die Finanzierbarkeit: Wollte man den Ärzten die Einnahmen insgesamt nicht kürzen, würde ein einheitliches System die GKV mit rund 3,2 Milliarden Euro Mehrkosten belasten. Der Beitragssatz müsste um etwa 0,34 Prozentpunkte steigen.

Das umstrittene Thema "Einheitliches Vergütungssystem in der ambulanten Versorgung für gesetzlich und privat Versicherte" diskutieren auf dem Gesundheitskongress des Westens: Prof. Dr. Jürgen Wasem, Lehrstuhl für Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen, Dr. Anke Walendzik, Lehrstuhl für Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Volker Ulrich, Lehrstuhl Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth, Thomas Ballast, Stellv. Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, Dr. Florian Reuther, Verbandsdirektor beim PKV Verband, und Dr. Markus Stolaczyk, Leiter des Dezernats Gebührenordnung und Gesundheitsfinanzierung der Bundesärztekammer. 

Der Gesundheitskongress des Westens ist der führende Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft im Westen Deutschlands. Auch im kommenden Jahr werden wieder rund 1.000 Teilnehmer erwartet – vor allem Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und -unternehmen, aus Forschung und Wissenschaft sowie der Pflege. Die vierzehnte Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet wieder im Herzen von Köln, im Gürzenich, statt. Weit über 100 Referenten werden auftreten.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihre Claudia Küng

Claudia Küng
Kongressleitung
Geschäftsführerin
WISO S. E. Consulting GmbH | Nymphenburger Straße 9 | 10825 Berlin

Geschäftsführung:
Dr. Ingrid Völker
Claudia Küng
Fabian Kaufmann
Internet: https://www.wiso-consulting.de/ 

Sitz / Registergericht: Berlin / AG Charlottenburg. HRB 84520