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Gesundheitskongress des Westens am 10. und 11. März 2020 in Köln
Immer problematischer: Lieferengpässe bei Medikamenten und Medizinprodukten

Weil bestimmte geriatrische Medikamente in den niedrigsten Dosiseinheiten nicht lieferbar sind, verdünnen Altenpflegekräfte sie für ihre Patienten mit Pipette und Wasser selbst, so ein Neurologe. Ein Onkologe der Berliner Charité berichtet von einem Mittel zur Chemotherapie, das weltweit nicht mehr verfügbar sei. Die Therapie betroffener Patienten müsse unterbrochen und auf ein anderes Präparat umgestellt werden.
 
Nicht immer sind die Konsequenzen von Lieferengpässen so dramatisch. Oft können verordnete Arzneimittel durch andere Packungsgrößen oder wirkstoffgleiche Präparate ersetzt werden. Aber das Problem nimmt in gravierendem Maße zu: Für knapp 300 Medikamente haben die Behörden derzeit Meldungen zu Lieferengpässen erhalten – im Sommer 2016 waren es noch nur rund 30 gewesen. Während im Jahr 2017 in 4,7 Millionen Fällen vom Arzt verordnete Arzneimittel nicht geliefert werden konnten, lag der Wert 2018 schon bei 9,3 Millionen Packungen. Eine neue Höchstmarke steht bevor: Im ersten Halbjahr 2019 waren bereits 7,2 Millionen Arzneimittelpackungen nicht lieferbar.
 
Vielfach werden die Rabattverträge der Krankenkassen als Ursache genannt. Denn sie werden oft mit nur einem Hersteller abgeschlossen, wodurch dessen Wettbewerber faktisch aus dem Markt gedrängt werden. Der AOK Bundesverband bezeichnet diese Argumentation als „gezielte Desinformationskampagne“ von Pharmaindustrie und Apothekern. Denn Lieferengpässe gebe es meist in internationalem Maßstab, obwohl im Weltmarkt deutsche Rabattverträge keine Rolle spielten.
 
Tatsächlich leiden andere Länder bisweilen noch stärker unter Lieferengpässen. In Kanada sind beispielsweise derzeit knapp 2.000 Medikamente betroffen. Eine Wirtschaftszeitung untersuchte die Gründe und kam auf ein Bündel von Ursachen. Die „Ursache all dieser Ursachen“, so das Blatt, sei aber der dramatische Preisverfall für Generika, der auch in Kanada insbesondere durch Kostendämpfungsmaßnahmen zustande kam. So erlebte zum Beispiel das Brustkrebsmedikament Tamoxifen zwischen 1985 und heute einen Preisrückgang um 94 Prozent von 2,88 auf 0,17 US-Dollar. Resultat war schließlich ein Lieferengpass.
 
Während in der Gesundheitspolitik noch über Lieferengpässe bei Medikamenten gestritten wird, zeichnen sich bei Medizinprodukten bereits weitere ab: Im Mai 2020 tritt die europäische Medizinprodukte-Verordnung in Kraft, die eine Zertifizierung für Medizinprodukte einführt. Doch zum einen gibt es derzeit noch nicht ausreichend viele Zertifizierungsstellen, zum anderen können viele kleine Hersteller die administrativen Anforderungen nicht erfüllen. Der Bundesverband Medizintechnologie warnt bereits davor, dass etliche bewährte Produkte bald nicht mehr verfügbar sein könnten: Nach Schätzungen würden 10 Prozent der Unternehmen und 30 Prozent der Produkte vom Markt verschwinden.
 
Das kontroverse Thema „Patientenversorgung unter Risiko? Medizinprodukte & Medikamente nicht immer verfügbar?“ diskutieren auf dem Gesundheitskongress des Westens: Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Leiter des CKM Centrums für Krankenhaus-Management der Universität Münster, Martin Schröter, Geschäftsführer, Lenus GmbH, Gloria von Schorlemer, Justiziarin von Pro Generika, Adelheid Jakobs-Schäfer, Generalbevollmächtigte der Sana Kliniken AG, und - als Moderator - Anton J. Schmidt, Vorstandsvorsitzender der P.E.G. Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft.

Der Gesundheitskongress des Westens ist der führende Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft im Westen Deutschlands. Auch im kommenden Jahr werden wieder rund 1.000 Teilnehmer erwartet – vor allem Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und -unternehmen, aus Forschung und Wissenschaft sowie der Pflege. Die vierzehnte Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet wieder im Herzen von Köln, im Gürzenich, statt. Weit über 100 Referenten werden auftreten.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihre Claudia Küng

Claudia Küng
Kongressleitung
Geschäftsführerin
WISO S. E. Consulting GmbH | Nymphenburger Straße 9 | 10825 Berlin

Geschäftsführung:
Dr. Ingrid Völker
Claudia Küng
Fabian Kaufmann
Internet: https://www.wiso-consulting.de/ 

Sitz / Registergericht: Berlin / AG Charlottenburg. HRB 84520