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Krankenhausplanung: Plant NRW mehr Klinikschließungen?

Nordrhein-Westfalen zählt zu den Bundesländern mit überdurchschnittlich vielen Krankenhausbetten: Die Bettenzahl pro 1000 Einwohner liegt um ein Zehntel höher als im Bundesdurchschnitt. Zugleich arbeitet nur rund die Hälfte der 344 Krankenhäuser profitabel, jedes vierte Haus kämpft sogar um seine Existenz – mehr als doppelt so viele Kliniken wie deutschlandweit.
 
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann muss deshalb handeln. Weil es seiner Meinung nach zu viele Krankenhäuser in NRW gibt, hat er Wissenschaftler der TU Berlin mit einem Gutachten beauftragt, das aufzeigen soll, welche Standorte überflüssig sind. Der Auftrag sieht vor, dass Kliniken der Grundversorgung in maximal 30 Auto-Minuten erreichbar sind. Für die Maximalversorgung ist eine entschiedene Zentralisierung vorgesehen.
 
Die Wahl der Gutachter hat viel Wirbel verursacht, denn die beauftragten Experten plädieren seit langem für eine radikale Umstrukturierung des deutschen Krankenhaussektors und die Schließung vieler, von ihnen für überflüssig erachteter Häuser.
 
Jochen Brink, Chef der Krankenhausgesellschaft in NRW hält bereits dagegen: "Wir sehen keinen großen Schließungsbedarf“, sagt er, räumt aber ein, „es wäre genauso falsch zu glauben, dass jedes Haus unverzichtbar wäre."
 
Wie schwierig die Pläne des Gesundheitsministers umzusetzen sein werden, zeigt der Fall eines Klinikverbundes in Ostwestfalen: Als dessen Management im letzten Sommer Pläne zur Restrukturierung öffentlich machte, kam es umgehend zu Bürgerprotesten: Binnen weniger Tage hatte eine gegen Schließungen gerichtete Facebook-Gruppe 9.000 Mitglieder, es gab Mahnwachen auf der Straße, mehrere Tausend Unterschriften wurden gesammelt – obwohl es vor allem um eine Umstrukturierung ging, bei der nur einzelne Abteilungen geschlossen werden sollten. Die Pläne mussten unter dem Eindruck der Proteste zunächst fallengelassen werden. Ein Mitglied des Vorstands verlor den Job.
 
Minister Laumann gibt sich indes gelassen: „Ich rechne durchaus mit Widerstand, in welcher Form auch immer. Aber wer, wenn nicht der Gesundheitsminister, soll das durchsetzen?“
 
Ein prominent besetztes Podium diskutiert das brisante Thema unter dem Titel „Neuer Krankenhausplan in Nordrhein-Westfalen: Umgestaltung statt Klinikschließung?“: PD Dr. Alexander Geissler, Technische Universität Berlin, Dr. Dirk Albrecht, Geschäftsführer der Contilia GmbH, Jochen Brink, Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland-Hamburg, und Helmut Watzlawik, Abteilungsleiter Gesundheit im nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium.

Der Gesundheitskongress des Westens ist der führende Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft im Westen Deutschlands. Auch in diesem Jahr werden wieder rund 1.000 Teilnehmer erwartet – vor allem Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und -unternehmen, aus Forschung und Wissenschaft sowie der Pflege. Die dreizehnte Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet wieder im Gürzenich statt.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihre Claudia Küng

Claudia Küng
Kongressleitung
Geschäftsführerin
WISO S. E. Consulting GmbH | Nymphenburger Straße 9 | 10825 Berlin

Geschäftsführung:
Dr. Ingrid Völker
Claudia Küng
Fabian Kaufmann
Internet: https://www.wiso-consulting.de/ 

Sitz / Registergericht: Berlin / AG Charlottenburg. HRB 84520