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Patienten im falschen Bett: Fehlanreize zwischen Akut und Reha

Auch wenn aufgrund der demografischen Entwicklung die Zahl der Geriatriepatienten in deutschen Krankenhäusern stetig steigt, erklärt das nicht, was eine Studie im vergangenen Jahr herausfand: Die Zahl jener Geriatriepatienten, die im Anschluss an die Behandlung einer akuten Erkrankung eine sogenannte frührehabilitative Komplexbehandlung im Krankenhaus erhielten, statt in eine Reha zu kommen, stieg zwischen 2006 und 2015 von 80.000 auf 223.000 Fälle an.
 
Das ist besonders deshalb bemerkenswert, weil die im Auftrag der Barmer erarbeitete Studie zugleich feststellt, dass eine klassische Reha im Zweifel besser hilft – jedenfalls im Fall des von den Autoren genauer untersuchten Krankheitsbild eines Oberschenkelhalsbruchs, dem häufigsten Anlass für eine frührehabilitative Komplexbehandlung: Die Reha wies nämlich ein um 6,9 Prozentpunkte niedrigeres Risiko auf, dass Patienten anschließend pflegebedürftig werden – obwohl eine Reha durchschnittlich um 950 Euro billiger ist.
 
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Ursache finanzielle Fehlanreize im Rahmen des DRG-Systems sind, nach dem die Leistungen von Krankenhäusern honoriert werden: Krankenhäuser werden dazu verleitet, Patienten unnötig lange auf eigenen Stationen zu behandeln.
 
Solche Probleme an der Sektorengrenze zwischen stationärer Akutversorgung und Rehabilitation gibt es vielfach – denn für eine Zusammenarbeit beider Seiten existiert kein Vergütungssystem.
 
Über „Perspektiven der Zusammenarbeit von Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen bei der Patientenversorgung“ diskutieren auf dem Gesundheitskongress des Westens: Prof. Dr. Bertil Bouillon, Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der Kliniken der Stadt Köln, Dr. Sahin Inci, Chefarzt der Weserland-Klinik Bad Seebruch, Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer, und - als Moderator - Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken.
 
Der Gesundheitskongress des Westens steht diesmal unter dem Motto „Das Gesundheitswesen muss zusammenwachsen“. Es werden wieder rund 1.000 Besucher erwartet – Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und -unternehmen, aus Forschung und Wissenschaft sowie der Pflege. Die zwölfte Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet am 13. und 14. März 2018 im Kölner Kongresszentrum Gürzenich statt.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihre Claudia Küng

Claudia Küng
Kongressleitung
Geschäftsführerin
WISO S. E. Consulting GmbH | Nymphenburger Straße 9 | 10825 Berlin

Geschäftsführung:
Dr. Ingrid Völker, Geschäftsführende Gesellschafterin
Claudia Küng, Geschäftsführende Gesellschafterin
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