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Morbi-RSA: Gut für die Ortskrankenkassen, schlecht für den Rest?

Den Krankenkassen von rund 15 Millionen gesetzlich Versicherten drohe, warnte Barmer-Chef Christoph Straub kürzlich, binnen weniger Jahre Schließung oder Insolvenz. Wegen der Haftungsregelungen innerhalb der Kassenarten bestünde die Gefahr, dass die Pleite einer Kasse andere in eine Finanzkrise mitreiße. Dieser Fall könne bereits während der gerade angelaufenen Legislaturperiode eintreten, etwa wenn die Konjunktur sich abschwächen würde. Problem sei der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich.
 
Der führt nach Berechnungen von Experten dazu, dass eine AOK pro Versichertem im Jahr im Durchschnitt 59 Euro mehr aus dem Gesundheitsfonds erhält als sie für dessen medizinische Versorgung ausgibt, währenddessen andere Kassen weniger Geld erhalten als sie tatsächlich ausgeben. Die Unterdeckung liege für Ersatzkassen bei 35, für Innungskrankenkassen bei 50 und für die Knappschaft sogar bei 86 Euro. Das Deutsche Ärzteblatt zitierte im Dezember gut unterrichtete Kreise aus dem Krankenkassenbereich, denen zufolge die AOK Sachsen-Anhalt dadurch mittlerweile einen Vermögenswert pro Mitglied von 1.212 Euro angehäuft hat, während entsprechende Rücklagen bei einigen Ersatzkassen gerade einmal zwischen 64 und 85 Euro betragen.
 
Der wissenschaftliche Beirat beim Bundesversicherungsamt hat nun im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ein Gutachten zum Morbi-RSA erstellt, dessen Kurzfassung im Oktober bereits vorab veröffentlicht wurde. Das hat die Kontroverse jedoch keineswegs entschärft. So kritisierte etwa der Dachverband der Betriebskrankenkassen, auf die Fehlentwicklungen beim RSA reagiere der Beirat „mit noch mehr RSA, statt Begrenzungen von Über- und Unterdeckungen zu erwägen“. Auch werde der „unsinnigen Praxis“ kein Ende gesetzt, dass Krankenkassen mit hohen Zusatzbeitragssätzen „auch noch Gelder an günstige Kassen abführen müssten“.
 
Frank Plate, Chef des Bundesversicherungsamtes, findet die Aufregung überzogen und sagt: „Der Morbi-RSA kann nicht alle Probleme in den Krankenkassen lösen.“
 
Unter dem Titel „Reformbedürftig: Was muss sich beim Morbi-RSA ändern?“ diskutieren das brisante Thema auf dem Gesundheitskongress des Westens: Prof. em. Dr. Eberhard Wille, Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesversicherungsamt und Mitglied im Sachverständigenrat Gesundheit, Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, Frank Plate, Präsident des Bundesversicherungsamts, Claudia Middendorf, Beauftragte der NRW-Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten, und Ulrich Paschek, Abteilungsleiter Finanzen und Zentrales Controlling der Knappschaft-Bahn-See.
 
Der Gesundheitskongress des Westens steht diesmal unter dem Motto „Das Gesundheitswesen muss zusammenwachsen“. Es werden wieder rund 1.000 Besucher erwartet – Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und -unternehmen, aus Forschung und Wissenschaft sowie der Pflege. Die zwölfte Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet am 13. und 14. März 2018 im Kölner Kongresszentrum Gürzenich statt.

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Ihre Claudia Küng

Claudia Küng
Kongressleitung
Geschäftsführerin
WISO S. E. Consulting GmbH | Nymphenburger Straße 9 | 10825 Berlin

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Claudia Küng, Geschäftsführende Gesellschafterin
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