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GdW 2016 | Krankenkassen: DAK-Chef hält Zusatzbeitrag für „unsinnig“

Der Anfang des Jahres eingeführte einkommensabhängige Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung entzweit zunehmend das Lager der Krankenkassen. Der Vorstandsvorsitzende der drittgrößten deutschen Kasse, Herbert Rebscher, kritisiert jetzt: "Unsinniger Preiswettbewerb und schleichender Rückzug der Arbeitgeber aus der Finanzverantwortung sind die Ergebnisse der Einführung von Zusatzbeiträgen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Da eine konsequente ordnungspolitische Ausrichtung fehlt, gerät zusehends das eigentliche Ziel einer sozialen Krankenversicherung aus dem Blick."

Vertreter von Kassen und ihren Verbänden haben sich mit Fundamentalkritik bislang eher bedeckt gehalten, da sie mit Jahresbeginn nach sechs Jahren Einheitsbeitrag ihre Beitragsautonomie zumindest teilweise zurückgewonnen haben. Sie beklagten öffentlich hingegen eher, dass die Reformvorhaben der Koalition den Zusatzbeitrag weiter nach oben schrauben. Anfang 2016 wird er im Durchschnitt um 0,2 Prozent steigen. Bei einzelnen Kassen sind aber auch Steigerungsraten von bis zu 0,6 Prozent im Gespräch.

Absehbar ist, dass solche Kassen viele Versicherte verlieren werden: Empirische Daten zum 2009 eingeführten kassenindividuellen Zusatzbeitrag hatten gezeigt, dass per Saldo rund 90 Prozent der Mitgliederverluste bei jenen Krankenkassen eintraten, die einen Zusatzbeitrag verlangten. Das verwundert wenig: Über 400 Euro jährlich könnten Versicherte mit einem Wechsel zu einer günstigeren Kassen sparen, titeln Verbrauchermedien in diesem Herbst und forcieren damit das „Krankenkassen-Surfen“. Qualitätswettbewerb bleibt da auf der Strecke.

Mit Prof. Dr. h. c. Herbert Rebscher diskutieren das brisante Thema auf dem Gesundheitskongress des Westens im März in Köln: Rudolf Henke, MdB, Präsident der Ärztekammer Nordrhein und Vorstand Marburger Bund, Hilde Mattheis, MdB, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Gerhard Nordmann, 2. Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe sowie Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin Verband Forschender Arzneimittelhersteller.

Beim 10. Gesundheitskongress des Westens erwarten wir wieder rund 900 Besucher - Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und Gesundheitsunternehmen, aus Forschung und Wissenschaft.

Seien Sie dabei! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Ingrid Völker

Dr. Ingrid Völker
Geschäftsführende Gesellschafterin
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