Pressemitteilung

Gesundheitskosten: Medizinethiker Nagel fordert Priorisierung statt Rationierung

Köln, 25.03.2015 - Der Medizinethiker Eckhard Nagel, Mitglied des Deutschen Ethikrates und Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Essen, hat Politik und Öffentlichkeit aufgerufen, die mangelnde Bereitschaft zu einer Debatte über Priorisierung medizinischer Leistungen abzulegen. Ohne einen breiten gesellschaftlichen Konsens darüber, nach welchen Kriterien die knappen Ressourcen der Gesetzlichen Krankenversicherung zur Finanzierung medizinischer Leistungen verteilt werden sollen, drohe die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitswesens verloren zu gehen, mahnte Nagel heute auf dem Gesundheitskongress des Westens in Köln.

Zahlreiche Rationalisierungsinitiativen hätten über die Jahre das Potenzial für Effizienzsteigerungen in den Prozessen der Gesundheitsversorgung weitgehend ausgeschöpft, dennoch müsse weiter gespart werden, da die öffentliche Hand auf absehbare Zeit nicht mehr Gelder zur Verfügung stellen könne, so Nagel. Notwendig sei daher eine breite Auseinandersetzung mit dem Ziel, allgemein gültige Kriterien zu entwickeln, die es erlauben, „Entscheidungen über die Vor- oder Nachrangigkeit medizinischer Interventionen transparent und nachvollziehbar" zu treffen. Er verwies darauf, dass in Ländern wie Schweden, Norwegen und den Niederlanden solche Debatten bereits vor geraumer Zeit mit Erfolg geführt worden seien.

Priorisierung medizinischer Leistungen führe, so betonte Nagel, nicht zwangsläufig zu Rationierung. Wo sie dies aber tue, müsse eine Höchstmaß an öffentlicher Transparenz sichergestellt sein.

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