Pressemitteilung

Hausarztmangel: Taugen die geplanten Maßnahmen gegen Unterversorgung?
 
Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung beschönigt die Situation nicht: "Eine gute und ortsnahe allgemeinmedizinische Versorgung ist ein wesentlicher Grundpfeiler unseres Gesundheitssystems. Daher ist es besorgniserregend, dass gerade die flächendeckende hausärztliche Versorgung in Deutschland bedroht ist", mahnt Staatssekretär Karl-Josef Laumann.
 
Die Bundesregierung hat im Dezember mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz Maßnahmen beschlossen, um dem entgegenzuwirken:

  • Künftig sollen stärkere finanzielle Anreize möglich sein, um die Niederlassung von Ärzten in unterversorgten Gebieten zu fördern. Zugleich sollen aber die Kassenärztlichen Vereinigungen aufgegebene Arztpraxen in überversorgten Gebieten im Regelfall nicht mehr nachbesetzen.
  • Für Medizinische Versorgungszentren fällt die Pflicht zur Interdisziplinarität, so dass beispielsweise mehrere Hausärzte in einem Zentrum kooperieren können, gegebenenfalls sogar in Teilzeit – wodurch attraktivere Beschäftigungsmodelle für Mediziner möglich werden. Auch Kommunen sollen künftig Medizinische Versorgungszentren selbstständig gründen dürfen.
  • Um den Beruf des Allgemeinmediziners zu stärken, der in den letzten 20 Jahren über ein Drittel seiner Aktiven verlor, wird Hausärzten Weiterbildung künftig in größerem Umfang tariflich entgolten. Zudem werden ungerechtfertigte regionale Unterschiede in der Vergütung abgebaut.
  • Schließlich sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen Patienten innerhalb von vier Wochen Termine beim Facharzt vermitteln.

Was bringt das Versorgungsstärkungsgesetz? Dieser Frage stellt sich der Patientenbeauftragte Laumann auf dem Podium des Gesundheitskongresses des Westens und in einer Pressekonferenz am 25. März in Köln.
 
Der Gesundheitskongress des Westens 2015 findet am 25. und 26. März im Kongresszentrum Gürzenich in Köln statt. Es ist die neunte Auflage des jährlich ausgerichteten Kongresses.
 
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