Pressemitteilung

Pflegebedürftigkeit: Prävention und Rehabilitation statt Katastrophen-Szenarien

Berlin/Köln (07.02.2014) – wie eine optimale Versorgung älterer Menschen aussehen kann, diskutiert Prof. Ursula Lehr in der Session „Versorgung älterer Menschen und Versorgung im Quartier“ mit Martina Hoffmann-Badache, Staatssekretärin NRW-Gesundheitsministerium, Dr. Gerd Nordmann, Vorstand Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, und Prof. Dr. Heinz Rothgang, Universität Bremen beim Gesundheitskongress des Westens am 3. April 2014.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes könnten im Jahr 2030 rund 3,4 Millionen Menschen pflegebedürftig sein. „Das ist eine Herausforderung, die nicht unterschätzt werden darf“, mahnt Prof. Ursula Lehr, Bundesministerin a.D. und Vorsitzende der Bundesgemeinschaft der Seniorenorganisationen: „Doch bevor wir Katastrophen-Szenarien entwerfen, sollten wir zuerst darüber nachdenken, wie man Hilfs-und Pflegebedürftigkeit möglichst verhindern kann“.

Sie plädierte dafür, der Prävention und der Rehabilitation eine viel größere Bedeutung einzuräumen. Die medizinischen, pflegerischen und sozialen Unterstützungssysteme sollten darauf ausgerichtet sein, die Voraussetzungen für eine möglichst lange selbstständige Lebensführung und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu schaffen und zu fördern.

Über eines sind sich die meisten Deutschen einig: Ins Heim wollen sie im Alter nicht. Wenn aber die Umstände keine andere Wahl lassen, sind viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mit der Wahl einer passenden Einrichtung überfordert. Viele trauen dem Pflege-TÜV, der die Heime kontrollieren und bewerten soll, nicht. Seit 1. Januar 2014 gelten nun strengere Regeln. Damit sollen die Angehörigen nun besser erkennen können, wie eine Einrichtung in Kernbereichen, also etwa bei der Prävention von Druckgeschwüren und Flüssigkeitsversorgung, abschneidet.

Ob die modifizierten Bewertungsregeln tatsächlich zur besseren Transparenz über die Qualität der deutschen Pflegeheime führen oder der Pflege-TÜV erneut reformiert werden müsste, diskutieren in der Session „Alles Tip Top in Pflegeheimen? Bestnoten trotz schlechter Versorgung? Reform des Pflege-TÜVs“ Dr. Klaus Wingenfeld, Universität Bielefeld, Herbert Mauel, Geschäftsführer bpa, und Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen.

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