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Neues vom Arzneimittelmarkt:
AMNOG: Innovationsbremse oder notwendiges Steuerungsinstrument?

Seit drei Jahren durchleuchtet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) neu zugelassene Wirkstoffe auf ihren Zusatznutzen. In dieser Zeit hat er insgesamt 63 Bewertungen ausgesprochen. Bei 24 Wirkstoffen erkannte das Gremium "keinen Zusatznutzen", in 20 Fällen wurde ein "geringer" Zusatznutzen festgestellt, 11 Mal war er "beträchtlich". Keines der bewerteten Arzneimittel erhielt die höchste Bewertung - "erheblich". Während der G-BA sich auf dem richtigen Weg wähnt, sehen Pharmaunternehmen das naturgemäß anders und monieren, dass die Regelungen des AMNOG Innovationen in der Arzneimittelversorgung gefährden würden.

Ging es in den Auseinandersetzungen zunächst um die frühe Nutzenbewertung, stand in den letzten Monaten vor allem der Bestandsmarkt im Fokus politischer Diskussionen. Denn Schwarz-Rot will Arzneien, die vor 2011 erstmals zugelassen wurden, nun nicht mehr einer Nutzenbewertung unterziehen und hat vor wenigen Wochen ein entsprechendes Änderungsgesetz durchgewinkt – trotz Widerstands der Ärzteschaft, der Krankenkassen und der Opposition. Um Arzneimittelausgaben zu reduzieren soll außerdem das Preismoratorium bis zum Ende des Jahres 2017 mit einem Herstellerabschlag von sieben Prozent fortgeführt werden.

„Die Aufhebung des Bestandsmarktaufrufes verzögert und limitiert eine konsistente, am Zusatznutzen des Arzneimittels orientierte Regelung der Preisbildung für patentgeschützte Arzneimittel“, kritisiert Prof. Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen. Besonders bezüglich der nachhaltigen Sicherung der Versorgungsqualität werde durch diese Aufhebung eine Chance verpasst, einen großen Teil des derzeitigen Therapie- und Versorgungsgeschehens auf eine stärker nutzen- und evidenzbasierte Grundlage zu stellen.

Ob das AMNOG tatsächlich das Potential hat, Innovationen zu verzögern, und wie die Zukunft der Arzneimittelmarktsteuerung nach neusten Regelungen aussehen wird, diskutieren in der Session „Innovationen in der Arzneimittelversorgung. Die Zukunft der Arzneimittelmarktsteuerung“ Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin Verband forschender Arzneimittelhersteller vfa, Dr. Uwe May, Hochschule Fresenius, Johann-Magnus Frhr. von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender GKV-Spitzenverband, Prof. Dr. Jürgen Wasem, Universität Duisburg-Essen, und Prof. Jürgen Windeler, Leiter Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Ingrid Völker

Dr. Ingrid Völker
Geschäftsführende Gesellschafterin
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