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Immer mehr Operationen: Kann das richtig sein? Zur Problematik der Mengenausweitung

Neue Knie, künstliche Hüften, Herzkatheter, Bypässe wie am Fließband? Glaubt man den Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), arbeiten deutsche Krankenhausärzte im Akkord. Denn wenn es um Krankenhausbehandlungen geht, liegt Deutschland im internationalen Vergleich ganz weit vorn. Auch die Zahl der Operationen steigt stetig an und liegt auch im internationalen Vergleich an der Spitze. Die Beitragszahler kostet das Milliarden.

Gibt es dafür eine vernünftige medizinische Erklärung? Die Mengenausweitung im stationären Bereich lässt sich nicht allein durch die älter werdende Bevölkerung und den technisch-medizinischen Fortschritt erklären, sind sich viele Experten einig. Auch die Einführung der DRGs wird nicht von allen für das Phänomen verantwortlich gemacht. Denn es gibt sie auch in anderen Ländern, ohne dass die Fallzahlen explodieren. Kritiker haben für diesen Rekord einen anderen wesentlichen Grund ausgemacht: Geld.

Setzen also einige Kliniken auf Masse und nehmen auch überflüssige Eingriffe in Kauf? Fest steht: Zahlreiche Krankenhäuser stehen unter erheblichem wirtschaftlichen Druck, möglichst viele Patienten zu gewinnen und vor allem, gut vergütete Behandlungen an die Patienten zu bringen. Boni-Vergütungen und Zielvorgaben könnten dies unterstützen.

Worin auch immer die Mengenausweitung im stationären Bereich begründet ist, sie könnte verheerende Folgen haben, wie höhere Gesundheitsausgaben und Arbeitsverdichtung in den Kliniken, die das pflegerische und ärztliche Personal belasten. Vor allem wären natürlich die Patienten betroffen, wenn sie das Gefühl haben müssten, sich nicht darauf verlassen zu können, dass ihre Behandlung ausschließlich aus medizinischen Gründen erfolgt. Das schafft Misstrauen, und zwar nicht nur zwischen Ärzten und ihren Patienten, sondern auch zwischen Ärzten, Klinikführung und Krankenkassen.

In der Session „Wieviel dürfen Krankenhäuser noch wachsen?“ diskutieren am ersten Kongresstag – nach einem Input-Referat von Prof. Reinhard Busse, TU Berlin, Günter von Aalst, Techniker Krankenkasse NRW-Landesvertretung, Matthias Blum, Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, Prof. Wolfgang Holzgreve, Uniklinikum Bonn, und Joachim M. Schmidt, Bundesverband Medizintechnologie über die Gründe, die Möglichkeit der Steuerung und der nachhaltigen Finanzierbarkeit dieser Entwicklung. Diese Session zur Problematik der Mengenausweitung im stationären Bereich leitet Prof. Axel Ekkernkamp, Unfallkrankenhaus Berlin.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Ingrid Völker

Dr. Ingrid Völker
Geschäftsführende Gesellschafterin
WISO S. E. Consulting GmbH | Nymphenburger Straße 9 | 10825 Berlin

Geschäftsführung:
Dr. Ingrid Völker, Geschäftsführende Gesellschafterin
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