Newsletter vom 18.11.2011


Wandert die Pharmaindustrie aus Deutschland ab? Erste Erfahrungen mit der schnellen Arzneimittelbewertung


Gesundheitskongress des Westens 2012 am 14. und 15. März 2012 in Köln

„In einer offenen Gesellschaft muss man die Diskussionen zu neuen Medikamenten aushalten, auch wenn dies für Außenstehende eine Einschätzung eher erschwert“, kommentiert Prof. Dr. Wolfgang Greiner Unsicherheiten, die die Einführung des Arzneimittel-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) mit sich gebracht hat. Das Mitglied des Sachverständigenrates und Gesundheitsökonom an der Universität Bielefeld wird beim Gesundheitskongress des Westens am 14. März um 16.30 Uhr eine Veranstaltung über erste Erfahrungen mit der schnellen Arzneimittelbewertung leiten.

Was sich seit Anfang des Jahres in der Arzneimittelversorgung geändert hat, ist eines der vielen gesundheitspolitischen und gesundheitswirtschaftlichen Themen des Gesundheitskongresses des Westens in Köln. Das AMNOG soll Patienten vor übertriebenen Erwartungen bei neuen Arzneimitteln schützen. Der Nutzen eines Medikaments muss jetzt innerhalb von drei Monaten nach Zulassung ermittelt werden. Ob das jedoch in einem so kurzen Zeitraum möglich ist, wird sich laut Prof. Greiner noch zeigen. Er begrüßt, dass der Gesetzgeber hier ambitionierte aber wohl machbare Ziele vorgegeben hat. Ein Bewertungsverfahren mache jedoch nur Sinn, wenn auch der Versorgungsalltag eine Rolle spiele. Nach seiner Einschätzung verspürt der Normal-Patient bislang noch wenig von den Veränderungen. „Die Unsicherheit kann natürlich zunehmen, wenn Medikamente in Ausnahmefälle zukünftig in Deutschland nicht mehr verfügbar sein werden, weil der Hersteller den festgelegten Abgabepreis nicht akzeptiert oder das Bewertungsverfahren scheut“, sagt Prof. Greiner, der als neuer wissenschaftlicher Leiter der Programmkommission des Gesundheitskongresses das Amt von Prof. Dr. J.-Matthias Graf von der Schulenburg übernimmt.

Weitere Referenten: Dr. Andrej Rasch, Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Dr. Thomas Kaiser, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller.

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Mit freundlichen Grüßen
Ihre Ingrid Völker