Gesundheitskongress des Westens 2017


Brücken bauen - Über die Sektoren hinweg


Sehr geehrte Damen und Herren,

vor über 80 Jahren wurde im Deutschen Reich eine Trennung des Gesundheitswesens in ambulant und stationär vollzogen, die bis heute gilt: Streng weisen gesetzliche Regelungen seitdem Vergütungen, Investitionen und personelle Ressourcen entweder dem ambulanten oder dem stationären Sektor oder ihren Untergliederungen zu. Ziel waren damals klare budgetäre Verantwortungsbereiche und der Schutz niedergelassener Ärzte vor ruinöser Konkurrenz durch Kapitalgesellschaften und Ambulatorien
der Krankenkassen. Die Spaltung des Gesundheitswesens betrifft auch weitere Bereiche, wie Akut, Reha und Pflege und die Trennung zwischen Kranken- und Pflegekassen.

Mit der Trennung in Sektoren steht Deutschland international allein da, kein anderes Land leistet sich eine solche Regelung. Einen Vorteil sieht darin kaum noch jemand. Natürlich verschwendet dieses System gewaltige finanzielle Ressourcen – etwa durch millionenfache Doppeluntersuchungen von Patienten oder auch durch die doppelte Facharztschiene. Schlimmer noch ist: Patienten werden beim Übergang zwischen den Sektoren oft unzureichend behandelt. Krankenhäuser unterstützen bei der Entlassung von Patienten den Hausarzt nicht ausreichend – auch weil dafür keine Vergütung vorgesehen ist. Und rund zwei Millionen Patienten werden jedes Jahr stationär aufgenommen, obwohl es medizinisch vermeidbar wäre – nur, weil die Kostenerstattung an der Sektorengrenze Fehlanreize setzt. Für Experten stellt die unzureichende Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Sektoren eines der größten Zukunftsprobleme des deutschen Gesundheitswesens dar. Der kommende Gesundheitskongress des Westens widmet sich deshalb der Frage, wie diese Teilung überwunden werden kann.

Weiter finden sich die aktuellen gesundheitspolitischen Themen auf der Agenda des Kongresses: die Auswirkungen des Krankenhausstrukturgesetzes, Qualitätskriterien des IQTiG, eine erste Bilanz des Innovationsfonds, die F inanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung, dazu Digitalisierung und Health 4.0, Personalgewinnung, das Antikorruptionsgesetz, Exzellenz in der Medizin. Am 1. Tag findet wieder der Reha-Dialog statt und am 2. Kongresstag richtet sich ein eigener Veranstaltungs- und Fortbildungsteil an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte.

Der Gesundheitskongress des Westens, der am 7. und 8. März 2017 zum 11. Mal veranstaltet wird, ist der führende Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft im Westen Deutschlands. Erwartet werden wieder rund 900 Besucher – Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und Gesundheitsunternehmen, aus Pflege, Forschung und Wissenschaft.

Seien Sie mit dabei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Dr. Ingrid Völker,
Kongressleitung
Prof. Dr. Wolfgang Greiner,
Wissenschaftlicher Leiter