Gute Medizin - eine Frage des Geldes?


Gesundheitskongress des Westens 2015: Patientenorientierung statt Lobbyistenstreik

Der zum neunten Mal ausgerichtete Gesundheitskongress des Westens ist am Donnerstag, den 26. März 2015 erfolgreich zu Ende gegangen!

Unter dem Motto "Gute Medizin - eine Frage des Geldes?" diskutierten rund 900 Teilnehmer aus der Gesundheitspolitik und allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft neben vielen anderen Themen schwerpunktmäßig über Qualität im Gesundheitswesen.
 
"Das große Interesse und die hohe Zahl an Teilnehmern zeigen, welchen Stellenwert alle Akteure der Gesundheitswirtschaft dem Aspekt der Qualitätssicherung angesichts immer stärkerer Sparpolitik beimessen", sagte Ulf Fink, Senator a. D. und Kongresspräsident. "Trotz aller Dispute zwischen widerstreitenden Lobbygruppen, die wir im Gesundheitswesen oft sehen, stand beim Gesundheitskongress des Westens der Nutzen für den Patienten immer im Mittelpunkt", resümierte Fink.
 
Die Kongressbeiträge griffen gleichwohl zum Teil politische kontrovers geführte Debatten auf:

  • So erläuterte Dr. Christof Veit, Leiter des im Aufbau befindlichen Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), seine Vorhaben zur Ermittlung und Publikation von Qualitätsdaten deutscher Krankenhäuser und Arztpraxen.
  • Dr. Boris Augurzky vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung präsentierte Berechnungen, nach denen sich durch Schließungen von Krankenhäusern mehr als eine halbe Milliarde Euro pro Jahr sparen ließe.
  • Prof. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, und Dr. Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Hartmannbundes, stritten darüber, inwieweit Behandlungsqualität die Höhe der ärztlichen Vergütung bestimmen könne.
  • Prof. Eckhard Nagel, Mitglied des Deutschen Ethikrates, beklagte die mangelnde Bereitschaft von Politik und Öffentlichkeit zu einer Debatte über Priorisierung medizinischer Leistungen, ohne die das Gesundheitswesen seine Zukunftsfähigkeit verlieren könne.
  • Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, warnte davor, dass "gerade die flächendeckende hausärztliche Versorgung in Deutschland bedroht" sei.
  • Und der Geschäftsbereichsleiter des Internationalen Personalservice der Bundesagentur für Arbeit, Frank Böttcher, konstatierte, dass der Ärztemangel in deutschen Kliniken ohne die weitere Anwerbung ausländischer Mediziner kaum zu bewältigen sei.