Auf dem Weg zur Sozialen Gesundheitswirtschaft


Gesundheitskongress des Westens 2008

Der Gesundheitskongress des Westens hat sich gleich beim ersten Mal als Leitkongress der Gesundheitswirtschaft in NRW und darüber hinaus etabliert. Der zweite Gesundheitskongress des Westens, der am 2. und 3. April in Essen stattfand, hat mit rund 700 Besuchern - darunter viele Klinikmanager sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft - erneut große Resonanz gefunden. Über 50 % der Teilnehmer stammten aus Nordrhein-Westfalen. Der stellvertretende Ministerpräsident von NRW, Forschungsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart , sagte, der Kongress sei schon jetzt zu "einer festen Größe in Nordrhein-Westfalen" geworden. Das Gesundheitssystem in Deutschland brauche dringend mehr ökonomische Vernunft. "Es geht darum, Einrichtungen und Leistungen unseres Gesundheitssystems dauerhaft ökonomisch sattelfest zu machen, damit medizinischer Fortschritt bei den Patienten ankommt", so Pinkwart.

Im Mittelpunkt der knapp 100 Vorträge und Diskussionsbeiträge standen u. a. neue Geschäftsmodelle zwischen Gesundheitsunternehmen und Dienstleistern. Darüber hinaus wurden Fragen zur Kosten-Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln erörtert. Vertreter aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden stellten anhand konkreter Zulassungsverfahren die jeweilige Vorgehensweise vor. Weitere Themen waren Beispiele für erfolgreiche grenzüberschreitende Kooperationen in der Gesundheitswirtschaft und Innovationen in Telemedizin und Telematik. Zum Auftakt des Kongresses wurden neun Thesen zur "Sozialen Gesundheitswirtschaft" präsentiert und diskutiert. Kongresspräsident, Berlins früherer Gesundheitssenator Ulf Fink, sagte, die Thesen seien "Bausteine für die nächste Gesundheitsreform". Diese müsse spätestens 2010 kommen. Gefordert werden u. a. die Neuordnung des Krankenversicherungsmarktes sowie mehr Vertragsfreiheit und Wettbewerb.

Weiterer Schwerpunkt war die Planung und Finanzierung von Krankenhäusern. Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl Josef Laumann wies Pläne für eine Umstellung der Krankenhaus-finanzierung auf ein monistisches System erneut zurück. "Ich werde keinen Vorschlägen zustimmen, die von der staatlichen Verantwortung für die Krankenhausversorgung abrücken", sagte der Politiker.