Gutes Personal - Gute Medizin

Besucherrekord beim zehnten Gesundheitskongress des Westens am 8. und 9. März 2016 in Köln

Der zum zehnten Mal ausgerichtete Gesundheitskongress des Westens ist am Mittwoch erfolgreich zu Ende gegangen. Unter dem Motto "Gutes Personal - Gute Medizin" diskutierten rund 950 Teilnehmer aus der Gesundheitspolitik und allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft neben vielen anderen Themen über die Personalkrise im Gesundheitswesen und Wege zu deren Lösung.

Es standen daher Fragen im Mittelpunkt wie: Wie gewinnt und hält man gutes Personal? Was für innovative Recruiting-Strategien gibt es? Was macht Arbeitgeber attraktiv für Mitarbeiter? Welche Rolle können Fachkräfte aus dem Ausland spielen? Unter den Teilnehmern des Kongresses waren auch 70 Ärztinnen und Ärzte aus Russland, die sich gerade für den Einsatz in Deutschland qualifizieren lassen.

"Der zehnte Gesundheitskongress des Westens hat in seinem Jubiläumsjahr mit zahllosen kritischen, richtungsweisenden oder auch visionären Redebeiträgen wichtige Impulse für das deutsche Gesundheitswesen gesetzt", resümierte Ulf Fink, Senator a. D. und Kongresspräsident. "Was morgen in Klinik und Praxis die Arbeit bestimmen wird, davon durften wir uns in den vergangenen zwei Tagen auf den Kongressbühnen bereits ein Bild machen", so Fink.

Viele Kongressbeiträge griffen wichtige Zukunftsthemen des deutschen Gesundheitswesens auf:

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe signalisierte in seiner Eröffnungsrede, dass er die seit 1932 bestehende sektorale Trennung in ambulante und stationäre Versorgung in der bestehenden Form nicht mehr für zeitgemäß halte: „Wir haben lange genug Mauern gebaut zwischen den Sektoren, es wird Zeit, dass wir Brücken bauen!“

Die nordrhein -westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens forderte vor dem Hintergrund der angespannten Personalsituation in der Pflege, dass die Krankenkassen zur Finanzierung verbindlicher Pflegepersonalschlüssel für Krankenhäuser verpflichtet werden.

Dr. Christof Veit, Leiter des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, kündigte an, dass sein Haus dem Gemeinsamen Bundesausschuss bis spätestens Mitte 2017 ein abschließendes Konzept zur qualitätsabhängigen Vergütung von Krankenhausleistungen vorlegen könne.

Prof. Dr. Boris Augurzky
vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung stellte Vorschläge für eine „Bad Bank“ zur Abwicklung eines Zehntels der deutschen allgemeinmedizinischen Krankenhauskapazitäten vor. Der im Krankenhausstrukturgesetz vorgesehene Strukturfonds reiche zu einer Marktbereinigung im notwendigen Umfang nicht aus.

Der Essener Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Wasem, präsentierte eine Befragung, nach der angesichts von Ökonomisierung und Mittelknappheit in deutschen Kliniken 46 Prozent aller Chefärzte einräumten, Patienten mindestens einmal in den letzten sechs Monaten eine nützliche Leistung vorenthalten zu haben. Zugleich meinen 39 Prozent der befragten Chefärzte aber auch, dass ökonomische Gründe zu nicht erforderlichen Eingriffen führen.

Dr. Markus Müschenich vom Bundesverband Internetmedizin prognostizierte massive Veränderungen im Arztberuf durch die zunehmende Nutzung medizinischer Smartphone-Apps, Wearables und anderer Innovationen der Telemedizin durch Patienten.

Der nächste Gesundheitskongress des Westens findet am 7. und 8. März 2017 statt. Seien Sie mit dabei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Wichtige Information für Ärztinnen und Ärzte: Der Kongress 2016 ist als ärztliche Fortbildung mit 12 Fortbildungspunkten (6 Punkte pro Kongresstag) zertifiziert!